Im Rahmen des Bürger- und Bürgerinnenrats Ulten sollen potenziell positive Auswirkungen als auch mögliche Belastungen durch den Bau des Pumpspeicherkraftwerks aufgezeigt und mit den Teilnehmenden diskutiert werden. Ziel muss es sein, positive Auswirkungen zu vergrößern und Belastungen mit entsprechenden Maßnahmen zu verhindern oder zumindest zu verringern und gemeinsam mit den Bürgern und Bürgerinnen geeignete Ausgleichsmaßnahmen zu erarbeiten.

Die Studie der Freien Universität Bozen untersucht umfassend die wirtschaftlichen, touristischen, verkehrlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen des geplanten Pumpspeicherkraftwerks im Ultental. Bei einem Investitionsvolumen von rund 700 Mio. Euro könnten südtirolweit jährlich etwa 152 Mio. Euro zusätzlicher Produktionswert entstehen und 37 Wirtschaftssektoren aktiviert werden. Besonders profitieren würden das Baugewerbe, der Handel, der Maschinenbau, technische Dienstleistungen, Verkehr sowie Beherbergung und Gastronomie. Im Ultental selbst könnten Unternehmen während der fünfjährigen Bauphase jährlich rund 39 Mio. Euro zusätzlichen Umsatz erzielen, insgesamt etwa 195 Mio. Euro. Für die Erzeugung dieses Outputs wären südtirolweit rund 1.060 Arbeitskräfte erforderlich, wobei sowohl neue als auch bestehende Arbeitsplätze berücksichtigt sind. Die zusätzliche Nachfrage durch das Baustellenpersonal könnte auch dem lokalen Beherbergungs- und Gastgewerbe zugutekommen, erfordert in touristischen Spitzenzeiten jedoch eine gute Koordination. Als wesentliche vorübergehende Belastung nennt die Studie den Baustellenverkehr, der durch einen verbindlichen Verkehrs- und Logistikplan gesteuert werden sollte. Ökologisch empfiehlt sie gezielte Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen sowie ein kontinuierliches Umweltmonitoring. Die Analyse vergleichbarer Projekte zeigt zudem, dass eine frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung, transparente Kommunikation, feste Ansprechpartner und klar definierte lokale Ausgleichsmaßnahmen entscheidend für die Akzeptanz und den langfristigen Mehrwert des Projekts sind.

Die detaillierten Ergebnisse und die vollständige Studie können auf der Webseite der Freien Universität Bozen eingesehen werden: https://www.unibz.it/de/news/article/potenzialanalyse-der-unibz-zum-pumpspeicherkraftwerk-in-ulten-ist-online